Digitaler Budgetplan
Einen Haushaltsplan (oder auch Budgetplan genannt) zu führen ist wichtig, um eine bessere Übersicht über die eigenen Ausgaben zu haben. Das regelmäßige Überwachen und Notieren der eigenen Ausgaben fällt jedoch nicht jedem leicht. Doch glücklicherweise gibt es hier inzwischen auch digitale Unterstützung! In den App-Stores für Smartphones wimmelt es nur so von digitalen Haushaltsplänen. Im folgenden Text möchten wir Ihnen ein paar vorstellen, die wir auf die Eignung für verschuldete Menschen getestet haben. Diese Seite enthält keine bezahlte Werbung und wir empfehlen auch keine der Apps uneingeschränkt. Die Übersicht zu den verschiedenen Anbietern ist eine unabhängige Unterstützung, um den für Sie passenden digitalen Budgetplaner zu finden.
Zugriff auf die Daten meiner Bankkonten zulassen?
Die Apps lassen sich in zwei große Kategorien einteilen: Apps mit und Apps ohne Zugriff auf die Daten Ihres Bankkontos. Apps mit Zugriff auf die Daten Ihres Girokontos können schnell und ohne großen Aufwand einen ersten Überblick zu Ihrer finanziellen Situation erstellen. Mit ihnen haben Sie wenig Aufwand, da Ihre Ausgaben, die über das Konto laufen, automatisch erfasst und kategorisiert werden. Das funktioniert vor allem dann gut, wenn Sie sowieso eher mit der Karte als mit Bargeld bezahlen. Wer im Alltag eher bar bezahlt, gewinnt mit diesen Apps immerhin eine Übersicht zu den Lastschriften aus Onlinehandel und regelmäßig abgebuchten Verträgen wie Versicherungen, Abos und Mietzahlungen. Eine Frage, die dabei jeder selbst beantworten muss, ist: „Möchte ich meine Bankdaten an ein weiteres Unternehmen weiterleiten?“ Zwar schnitten die hier vorgestellten Apps bei der Stiftung Warentest im Datenschutz gut ab, gleichzeitig sind diese Daten aber auch hochsensibel und ein vorsichtiger Umgang damit verständlich. Für alle, die mit der Weitergabe ihrer Daten Probleme haben oder viel öfter bar bezahlen, haben wir auch digitale Haushaltspläne ohne Kontenzugriff getestet.
Digitale Budgetpläne mit Kontenzugriff
Finanzguru
Kostenfreie Version
Finanzguru ist eine App, die kostenlose Grundfunktionen hat und eine kostenpflichtige Version mit zusätzlichen Fähigkeiten. Die kostenlose Version von Finanzguru ist vor allem eine Übersicht des aktuellen Stands mit ein paar Analysetools. Eine Grundfunktion, die Ratsuchenden helfen kann, wieder einen Überblick ihrer Finanzen zu erhalten, ist die Vertragsübersicht. Finanzguru scannt vergangene Abbuchungen und erkennt regelmäßige Abbuchungen als Verträge, egal ob sie Jährlich, pro Quartal oder monatlich abgebucht werden. Jährlich oder vierteljährlich wiederkehrende Ausgaben rechnet Finanzguru auf den monatlichen Preis herunter und zeigt an, wie viel Geld pro Monat im Schnitt für alle Fixkosten (in der App Verträge genannt) benötigt wird. Auch wenn die Vertragserkennung grundlegend gut funktioniert, sollte den Daten nicht blind vertraut werden. Manchmal erkennt die App einen Vertrag nicht direkt als solchen und manche einmaligen Zahlungen werden fälschlicherweise als Vertrag erkannt. Im Selbsttest für diesen Artikel ging Finanzguru zum Beispiel davon aus, dass der Betrag für die Stromendabrechnung ab jetzt der monatliche Stromabschlag wäre. Hier sollte am Ende immer noch einmal selbst geprüft werden: Stimmen die Vertragsausgaben? Fehlen in der Übersicht noch regelmäßige Ausgaben, von denen ich weiß?
In der kostenlosen Version können Sie außerdem ein Budget für eine Kategorie einrichten. Sie können einstellen, wie viel Geld Sie für diese Kategorie pro Monat ausgeben möchten. Das kann zum Beispiel ein Budget für den täglichen Bedarf sein. Die App kategorisiert die Ausgaben automatisch und zeigt Ihnen an, wie viel des Budgets Sie für diesen Monat noch zur Verfügung haben. Wenn Sie mehr ausgegeben haben als eingeplant, wird Ihnen angezeigt, wie weit Sie Ihr Ziel bereits überschritten haben.
Kostenpflichtige Version
Von Finanzguru gibt es auch eine kostenpflichtige Version. Auch wenn die kostenpflichtige Version mit 2,99 €/Monat nicht unglaublich teuer ist, sollte in einer Verschuldungssituation ein weiteres Abo gut bedacht sein. Unser Tipp: wenn Sie sich für diese App entscheiden sollten, probieren Sie erstmal, ob Ihnen die Funktionen der kostenlosen Version nicht auch reichen.
Die kostenpflichtige Version hat eine nützliche Funktion für den Alltag: Direkt auf der Startseite wird Ihnen dann immer angezeigt, wie viel Geld nach Abzug von allen erkannten Fixkosten und den geplanten Budgets (mit der kostenpflichtigen Version können Sie hiervon mehrere anlegen) noch zur freien Verfügung übrig ist. Doch auch hier gilt: allein auf diese Zahl sollten Sie sich nicht verlassen! Gerade wenn die Zahl überraschend hoch oder niedrig ist, sollten Sie misstrauisch werden und die Monatsübersicht nachprüfen. Große Einnahmen oder Ausgaben am Monatsbeginn oder Ende (z.B. Gehaltszahlung oder Miete) können manchmal in den angrenzenden Monat rutschen, wodurch die Monatsübersicht einen deutlich höheren oder niedrigeren Betrag anzeigt.
Werbung für Versicherungen in der App
Finanzguru bietet in der App auch einen Versicherungsvergleich an. Der Service konnte nicht getestet werden. Wie gut oder schlecht Finanzguru als Versicherungsmakler auftritt, können wir nicht bewerten und die Nutzung dieser Funktion deshalb nicht empfehlen oder davor grundsätzlich warnen. Wir möchten jedoch darauf hinweisen, dass neben dem Preis der angebotenen Versicherungen auch immer die Inhalte der Versicherungen verglichen werden sollten. In den Einstellungen der App unter „Benachrichtigungen“ können Benachrichtigungen zum Thema Versicherungen abgestellt werden.
Finanzblick
Eine Alternative zu Finanzguru bietet die App Finanzblick der Buhl Data Service GmbH. Auch Finanzblick benötigt Zugriff auf das Bankkonto und zusätzlich ist für die Anmeldung ein kostenfreier Buhl-Account notwendig. In der App Finanzblick werden ebenfalls Kategorien von Ausgaben automatisch erkannt und monatliche Budgets für bestimmte Ausgabenarten können festgelegt werden. Ausgaben nach Kategorie, eine Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben, der Kontosaldenverlauf, Überschuss und Barabhebungen lassen sich monatlich, quartalsweise, jährlich oder nach eigenem eingegebenen Zeitintervall veranschaulichen. Die „Ausgaben nach Kategorie“ können in vier verschiedenen Diagrammarten angezeigt werden. Einnahmen/Ausgaben-Prognosen stehen für den aktuellen und den nächsten Monat bereit. Anders als bei Finanzguru stehen die Funktionen der Budgets und Analysen komplett kostenfrei zur Verfügung. Die Budgets scheinen jedoch nur für den aktuellen Monat einsehbar zu sein.
Werbung für Versicherungen in der App
Zwar bietet Finanzblick keinen eigenen Versicherungsmaklerdienst innerhalb der App an, hat jedoch ebenfalls einen „Versicherungsmanager“ bei dem auf die Versicherungsapp „Clark“ verwiesen wird. Auch hier gilt der Hinweis, dass wir hierzu keine Bewertung vornehmen können. Sollte man sich auch für dieses Angebot interessieren, muss neben den Preisen von Versicherungen unbedingt auch immer darauf geschaut werden, in welchen Fällen sie tatsächlich absichern.
Finanzfluss Copilot
Kostenfreie Version
Nach der Anmeldung und Verbindung mit dem Konto lassen sich hier in der Budgetübersicht die vergangenen Ausgaben übersichtlich und automatisch in Kategorien wie Wohnen, Sparen, Lebenshaltung, Shopping, Mobilität und Freizeit als Sankey- oder Tortendiagramm anzeigen (Das Sankey-Diagramm ist zum Stand der Recherche nur in der Browserversion nutzbar). Die einzelnen Kategorien sind dann jeweils noch einmal in präzisere Unterkategorien eingeteilt. Die Auswertung ist pro Monat, Quartal oder Jahr möglich und reicht bis zu zwei Jahre in die Vergangenheit zurück. Eine Prognose für die Zukunft ist hier nicht verfügbar. Positiv sticht hier die Übersichtlichkeit hervor. Die Analysetools sind dadurch zwar begrenzt, dafür lenkt aber auch nichts von den wesentlichen Funktionen ab. Copilot kann als App oder im Browser genutzt werden und ist in der Grundfunktion kostenlos. Auch hier gibt es in der kostenfreien Version die Möglichkeit ein monatliches Budget, zum Beispiel für die Ausgaben des täglichen Bedarfs, festzulegen. Der „Copilot“ von Finanzfluss bietet neben der Budgetübersicht auch eine Investmentübersicht. Da eine Investmentübersicht für Menschen in Verschuldungssituationen eher unwichtig ist, wurde diese nicht im Test berücksichtigt.
Kostenpflichtige Version
Die kostenpflichtige Version von Finanzfluss Copilot bringt vor allem weitere Funktionen für die Übersicht zu Investments. Für ver- und überschuldete Personen ist hier nur die Möglichkeit von mehreren festlegbaren Budgets interessant, ob sich das jedoch für den Preis von 8,99 €/Monat (oder 69,99 €/Jahr) lohnt, ist fraglich.
Digitale Budgetpläne ohne Kontenzugriff
Mein Budget
Mein Budget ist die kostenfreie App der Stiftung „Deutschland im Plus“. Die primäre Funktion der App ist die Übersicht über die zur Verfügung stehenden Finanzen. Die Daten lassen sich händisch eintragen. Eintragungen lassen sich rückwirkend auf ein beliebiges Datum setzen und auch zukünftige Einnahmen und Ausgaben können im Voraus datiert werden. Auch wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben lassen sich einstellen, die dann automatisch an einem bestimmten Datum abgezogen oder hinzugefügt werden. Häufige, aber unregelmäßig auftretende Kosten lassen sich als Vorlage speichern. In der Vorlage sind dann Betrag, Kategorie und Name der Ausgabe automatisch ausgefüllt, lassen sich aber im Zweifel auch noch einmal anpassen, was vor allem bei der Höhe des Betrags praktisch ist. Unter der Rubrik „Sparen“ lassen sich Sparziele festlegen. Wer zum Beispiel bis März 2027 ein Sparziel von 450 Euro erreichen möchte, sieht dann hier, wie viel bisher als Sparbetrag eingetragen wurde. Die App zeigt dann auch an, wie viel monatlich bis zum Stichtag noch zur Seite gelegt werden müsste, um das Ziel zu erreichen.
Die App kann als Familie auch gemeinsam genutzt werden. Weitere Personen lassen sich mit einer Mail zu einem Budgetplan einladen.
Auch Mein Budget bietet eine automatisch erstellte Übersicht zu Einnahmen und Ausgaben an und zeigt sowohl prozentual als auch in absoluten Zahlen den Anteil der einzelnen Kategorien an. Ein Account kann erstellt werden, ist aber nicht erforderlich.
Die App bietet sich für Bar- und Kartenzahlende gleichermaßen an. Es erfordert jedoch weiterhin Disziplin, alle Ausgaben und Einnahmen selbst einzutragen und ist dadurch auch fehleranfälliger.
Online Budgetrechner
Ein etwas statischeres Tool, das sich als Haushaltsplan anbietet, ist der Online Budgetrechner der ASB Schuldnerberatung GmbH, dem Österreichischen Dachverband der Schuldnerberatung. Der Budgetrechner ist nicht als App, sondern nur über den Browser verfügbar. Hier lässt sich ein Haushaltsplan für monatliche und jährliche Kosten erstellen. Bei monatlichen Einträgen wird direkt der jährliche Betrag berechnet und umgekehrt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Die eingetragenen Daten lassen sich als Link speichern oder als PDF herunterladen.
Hilfen des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands
Die Anwendung „Referenzbudget“ funktioniert ähnlich wie der Budgetrechner der ASB Schuldnerberatung. Ein zusätzliches Feature ist hier der Vergleich mit den Durchschnittsausgaben. Die Durchschnittsausgaben stammen aus den Daten des Statistischen Bundesamts und sind von der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft auf 120 Haushaltstypen angepasst worden. So lassen sich eigene Ausgabenpunkte in etwa schätzen, wenn eigene Zahlen nicht vorliegen oder mit Haushalten in ähnlichen Konstellationen vergleichen. Für das Speichern eines Plans ist hier eine Anmeldung notwendig.

