Wer bietet Schuldner- und Insolvenzberatung an?

Jede Schuldensituation ist anders und damit ist auch der Weg aus den Schulden bei jedem Menschen ein anderer. 

Die Schuldnerberatung ist ursprünglich aus der Sozialen Arbeit entstanden. Den Beratungskräften in der Sozialen Schuldner- und Insolvenzberatung geht es daher in erster Linie darum, Ihre eigene Handlungsfähigkeit wiederherzustellen. Also darum, dass Sie selbst wieder "die Dinge in der Hand haben". Sie stehen im Mittelpunkt der Beratungsgespräche, mit Ihnen gemeinsam werden Lösungen entwickelt. 

Andere Varianten bilden vorrangig juristische Beratungsangebote zum Zwangsvollstreckungsrecht oder Insolvenzverfahren oder betriebswirtschaftliche Beratungen zu Einnahmen-/Überschussrechnungen oder Haushaltsplänen. Diese führen zwar möglicherweise auch zum kurzfristigen Ziel der Schuldenfreiheit, doch Lernprozesse und persönliche Wachstums- und Erkenntnisgewinne stehen weniger im Vordergrund. 

Damit Sie den für Sie passenden Weg finden, zeigen wir auf dieser Seite die unterschiedlichen Möglichkeiten mit ihren jeweiligen Arbeitsschwerpunkten auf. 

Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen

Die Vielfalt der Beratungsangebote ist groß - in Deutschlandweit gibt es ca. 1.400 anerkannte Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen. Viele sind in Wohlfahrtverbänden organisiert (z.B. AWO, Rotes Kreuz, Paritätischer Wohlfahrtsverband), oder bei den Verbraucherzentralen angebunden. Auch Kommunen (z.B. Sozialamt) bieten Schuldnerberatung an oder kleine Vereine. 

Meist erhalten die Sozialen Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen öffentliche Zuschüsse und können daher die Beratung kostenlos anbieten. 

      Arbeitsschwerpunkte: 

      • Unterstützung durch Rat und Hilfe in finanzieller und psychosozialer Hinsicht
      • Krisenintervention bei Pfändungen, Wohnungskündigung oder Energiesperre
      • Haushalts- und Budgetberatung 
      • Verhandlungen mit Gläubigern
      • Außergerichtliche und gerichtliche Regulierung der Schulden 
      • ggf. Vorbereitung eines Insolvenzverfahrens
      • ggf. Präventionsangebote ("Wie schütze ich mich vor Überschuldung?")

      Arbeitsweise: 

      • Einzelberatungen (face to face) 
      • oft kombiniert mit telefonischer Beratung
      • teils zusätzliche Onlineberatung 
      • teils Gruppenveranstaltungen
      • im Einzelfall auch Hausbesuche

      Kosten:

      • Die Beratung ist in der Regel kostenlos, weil die Beratung öffentlich finanziert wird
      • Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie unbedingt nach, wie die Beratungsstelle sich finanziert und ob Kosten auf Sie zukommen. Leider gibt es immer wieder unseriöse Angebote, die nicht immer auf den ersten Blick erkennbar sind. 
      • Erkundigen Sie sich alternativ nach kostenlosen Angeboten bei Ihrer Stadtverwaltung/ Kommune. 

      Rechtsanwaltskanzleien

      Rechtsanwälte haben allgemein die Aufgabe, ihren Auftraggebern/ Mandanten zu ihrem Recht zu verhelfen. Diese parteiliche Interessenvertretung ist das berufsprägende Merkmal der Rechtsanwälte. Sprich: hier beauftragen Sie jemanden damit, Ihre Rechte durchzusetzen. Sie kaufen eine Dienstleistung in Form von Beratung und Vertretung ein. 

      Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB), das Zwangsvollstreckungsrecht (ZPO, ZVG), das Insolvenzrecht (InsO) und viele andere Gesetze spielen dabei eine entscheidende Rolle. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie einen Rechtsanwalt wählen, der auf diese Bereiche, insbesondere das Insolvenzrecht spezialisiert ist, um Sie erfolgreich beraten und unterstützen zu können. Rechtsanwälte, die auf andere Rechtsgebiete spezialisiert sind oder keine genauen Schwerpunkt haben, kennen sich im sehr spezifischen Insolvenzrecht oftmals nicht aus.

        Arbeitsschwerpunkte:

        • Juristische Fragestellungen
        • Klärung strittiger Einzelfragen (z.B. ob eine Forderung berechtigt ist)
        • Durchführung von Insolvenzverfahren/ anwaltliche Regulierung

        Arbeitsweise: 

        • eher als Dienstleister, denen Sie eine Aufgabe (hier: Schuldenregulierung) übertragen. 
        • teils mit persönlicher Beratung
        • oft kombiniert mit Telefon oder Schriftwechsel per Post oder E-Mail

        Kosten:

        • Die Unterstützung durch einen Rechtsanwalt ist in der Regel kostenpflichtig.
        • Je nach Einkommenssituation und dem Vorhandensein von alternativen Unterstützungsangeboten kann das Amtsgericht auch eine (teilweise) Kostenübernahme durch die Beratungs- und Prozesskostenhilfe übernehmen. Besonderheiten: in den Stadtstaaten (Bremen, Hamburg, Berlin) bietet die Öffentliche Rechtsauskunft (ÖRA) kostenlose Rechtsberatung an. In diesen Städten wird deshalb oft keine Beratungs- und Prozesskostenhilfe für eine Rechtsanwaltskanzlei bewilligt.

        Verbraucherberatungsstellen

        Das größte Angebot im Bereich der Verbraucherberatung stellen die Verbraucherzentralen in den rund 200 Beratungsstellen zur Verfügung. Die Verbraucherzentralen sind unabhängige, überwiegend öffentlich finanzierte, gemeinnützige Organisationen. Ziel ihrer Arbeit ist es, Verbraucherinnen und Verbraucher in Fragen des privaten Konsums zu informieren, zu beraten und zu unterstützen. Also auch diejenigen, die (noch) gar keine Schulden haben. Sie verschaffen Überblick bei unübersichtlichen Angeboten und Durchblick bei komplexen Marktbedingungen. 

        Da Verbraucherrecht und Schuldnerschutz inhaltlich nah zusammenhängen, bieten viele Verbraucherzentralen auch Schuldner- und Insolvenzberatung an. Für diese spezialisierten Beratungsangebote gelten die oben genannten Hinweise zu Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen.

          Arbeitsschwerpunkte:

          • Allgemeine Information zu Verbraucherrechten
          • Rechtliche Prüfung von Kauf- und Dienstleistungsverträgen
          • Rechtliche Prüfung von Telekommunikations- und Energieabrechnungen
          • Rechtliche Prüfung von Bankkrediten

          Arbeitsweise: 

          • Gruppeninformationsveranstaltungen
          • Einzelberatungen
          • Broschüren, Infomaterial
          • Presseinformationen und Politikgespräche

          Kosten:

          • Beratungsangebote sind abhängig von der Beratungsdauer und vom konkreten Thema, beispielsweise 30 Euro für 30 Minuten Beratung
          • viele Broschüren und Informationsmaterialien werden kostenfrei zur Verfügung gestellt
          • Schuldenberatung wird dank staatlicher Förderung oft auch kostenlos angeboten

          Quelle: Caritas Mecklenburg e.V. 

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          Das sind die häufige Fragen zum Thema Schuldnerberatung

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