So erstellen Sie einen Haushaltsplan

Zum Monatsanfang wird die Miete abgebucht, das Kindergeld wird aber erst zur Mitte des Monats gezahlt. Zum Jahresanfang werden die Versicherungen fällig, im Sommer stehen Ausgaben für den Urlaub an. Und überhaupt ist der Großteil der Einnahmen direkt schon verplant – für Miete, Strom und Bahnfahrkarte. Da ist es manchmal nicht einfach, den Überblick zu behalten. 

Ein Haushaltsplan hilft Ihnen, Ihre Situation genauer einschätzen zu können. Sie sehen genau, woher Ihr Geld kommt und wohin es fließt. Mit welchen Ausgaben muss ich monatlich oder jährlich rechnen? Bleibt noch Geld am Ende des Monats übrig? Habe ich noch Mittel für weitere Ratenzahlungen? Wie viel Geld gebe ich für eine bestimmte Sache aus? Was kann ich mir zusätzlich leisten? Wo will ich zukünftig etwas einsparen? Worauf kann ich verzichten?


Typische Einnahmen
Typische Ausgaben
Kostenlose Vorlage für Ihren Haushaltsplan
Wie können Sie vorgehen, wenn Sie einen Haushaltsplan erstellen wollen?
Was ist der Unterschied zwischen einem Haushaltsbuch und einem Haushaltsplan?
Warum ist der Haushaltsplan für die Schuldnerberatung wichtig?


 

Typische Einnahmen

Überlicherweise reicht es, sich auf der Einnahmenseite die letzten drei Monate anzuschauen. Nur, wenn Ihr Einkommen saisonal stark schwankt (weil Sie zum Beispiel als selbstständiger Gärtner im Sommer viele Aufträge haben, aber im Winter alles brach liegt), macht es Sinn, das ganze Jahr in den Blick zu nehmen. 

In der Beratung ist es hilfreich, die entsprechenden Dokumente dabei zu haben: 

  • monatliche Einnahmen können nachgewiesen werden durch: 
    • Lohn-/Gehaltsabrechnungen (auch von Minijobs oder Ehrenämtern)
    • Ausgangsrechnungen (bei Selbstständigen)
    • Rentenbescheide
    • Sozialleistungsbescheide (z.B. ALG I, ALG II oder Grundsicherung)
    • Bewilligungsbescheide über staatliche Unterstützung (z.B. BaföG oder Elterngeld)
    • Vereinbarung zum Unterhalt (oder Bescheid Unterhaltsvorschusskasse) 
  • jährliche oder unregelmäßige Einnahmen können zum Beispiel sein: 
    • Steuern 
    • Krankengeld
    • Betriebskosten-/ Stromabrechnung
    • Trinkgelder, Zinsen

Den Muster-Haushaltsplan können Sie auch als Checkliste nutzen. Zu allen Positionen, bei denen Sie regelmäßige Einnahmen haben, suchen Sie dann den entsprechenden Bescheid raus und nehmen ihn zu Ihren Unterlagen. 

Typische Ausgaben

Überlicherweise reicht es, sich auf der Ausgabenseite einen Zeitraum von maximal einem Monat ganz genau anzuschauen. Dazu kommen dann die Ausgaben, die zwar nur jährlich/gelegentlich anfallen, aber vorab eingeplant werden müssen. Wenn beispielsweise im Januar die KFZ-Versicherung abgebucht wird, sollten Sie in den Monaten davor einen kleinen Sparbetrag einplanen, um die große Ausgabe im Januar problemlos zahlen zu können. 

  • monatliche Ausgaben
    • Wohnen
    • Ernährung
    • Transport/ Mobilität
    • Telekommunikation/ Internet
    • Abonnements
  • jährliche Ausgaben
    • Versicherungen
    • Mitgliedschaften 
  • unregelmäßige Ausgaben
    • Bekleidung
    • Freizeitgestaltung
    • Urlaub

Den Muster-Haushaltsplan können Sie auch als Checkliste nutzen. So vergessen Sie auch keine jährlichen oder unregelmäßigen Positionen. 

Kostenlose Vorlage für Ihren Haushaltsplan

Um den Überblick zu erleichtern, können Sie unser Muster für einen Haushaltsplan nutzen:

Wie Sie Ihren Ihre Finanzen planen, liegt in Ihrer Hand. 

Sie haben noch nie einen Haushaltsplan erstellt? Hier einige Tipps: 

Wie können Sie vorgehen, wenn Sie einen Haushaltsplan erstellen wollen?

  • Variante A: Führen Sie ein Haushaltsbuch. Darin tragen Sie jede Ausgabe und Einnahme sofort ein. Dafür können Sie ein klassisches Haushaltsbuch oder eine App nutzen. Vorteil: Allein das Wissen, gleich wieder das Haushaltsbuch rauskramen zu müssen, verhindert manchen Spontankauf. Nachteil: relativ viel Pflege- und Zeitaufwand und Disziplin sind hier gefragt. 
  • Variante B: Sie bezahlen für einen überschaubaren Zeitraum alles bargeldlos und nutzen Ihren Kontoauszug als Übersicht. Vorteil: auch hier werden einige Spontankäufe wegfallen, allein, weil Kartenzahlung noch immer nicht überall möglich ist. Nachteil: die Kontoauszüge dokumentieren zwar Ihre Geldflüsse, aber sortieren und analysieren müssen Sie die Ausgaben trotzdem noch. 
  • Variante C: Sie sammeln für einen gewissen Zeitraum (z.B. zwei Wochen) alle Quittungen und Kassenzettel, nehmen sich Ihre Kontoauszüge der letzten Wochen vor und erstellen aus allen diesen Unterlagen eine Übersicht. Vorteil: Sie können entscheiden, wann Sie sich mit Ihren Finanzen befassen und müssen nicht immer ein Haushaltsbuch dabei haben. Sie können alle Ausgaben und Einnahmen anhand der Belege langfristig nachvollziehen. Selbst beim Bäcker können Sie mittlerweile einen Kassenbon erhalten, das Sammeln wird also leichter. Nachteil: wer das Quittungssammeln nicht gewohnt ist, kann es schnell vergessen. Auch hier sind Disziplin und Zeit gefragt. 

Was ist der Unterschied zwischen einem Haushaltsbuch und einem Haushaltsplan?

Bei einem Haushaltsbuch geht es darum, für einen bestimmten Zeitraum alle tatsächlichen Ausgaben und Einnahmen aufzuschreiben. Dabei werden die Posten einzelnen Kategorien zugeordnet. Beispielsweise: "15. Mai - Lebensmitel - 24,95 Euro" oder "20. November - Essengehen - 21 Euro".  Durch das Aufschreiben und Zusammenzählen erhält man einen guten Überblick, wie viel Geld im Monat zum Beispiel für Lebensmittel tatsächlich verwendet wird. Probieren Sie es aus: Schätzen Sie jetzt, wie viel Sie zum Beispiel für Lebensmittel, Drogerieartikel oder Freizeitaktivitäten im Monat ausgeben. Schreiben Sie dann ab morgen für einen Monat auf, wie viel Geld Sie tatsächlich für Lebensmittel ausgegeben haben. Wie gut konnten Sie die Ausgaben einschätzen?

Ein Haushaltsplan ist eine Übersicht über die durchschnittlichen monatlichen Ein- und Ausgaben. Wie hoch ist die monatliche Miete, der Stromabschlag und die Raten für die Kredite. Jährliche Beträge werden dabei auf den Monat heruntergerechnet. Bleibt überhaupt vom Einkommen nach Abzug der Ausgaben etwas übrig? Wenn nein, besteht dringender Handlungsbedarf. Der Haushaltsplan kann auch dabei helfen, die vorhandenen Ausgaben mit den eigenen Prioritäten in Einklang zu bringen. Sind mir die Beiträge für das Fitness-Studio wichtiger oder für einen Streaming-Dienst? Lieber einen kleinen Urlaub im Jahr oder ein Abo im Sonnenstudio? Lieber den morgendlichen Cafe to go oder einmal im Monat mit Freunden Essen gehen? Solange die Ausgaben durch Einnahmen gedeckt sind, gibt es hier kein richtig oder falsch.                 

Warum ist der Haushaltsplan für die Schuldnerberatung wichtig?

Für den Erfolg einer Schuldnerberatung ist es unerlässlich, dass Sie Ihre Einkünfte und Ausgaben überblicken und kennen. Dabei ist es egal, wie Sie die Übersicht erstellen: wichtig ist, dass Sie ehrlich und genau sind. Ohne ein realistisches Bild Ihrer finanziellen Situation kann Sie keine Beratungskraft gut beraten. 

Machen Sie sich bewusst, dass Sie eine Beratungsstelle aufsuchen, weil Sie an Ihrer jetzigen Situation etwas ändern möchten. Es geht nicht darum, dass die Beratungskraft Ihren Haushaltsplan beurteilen will. Vielmehr können Sie den Haushaltsplan im Gespräch nutzen, um mit Ihrer Beratungskraft über Ihre finanziellen und persönlichen Planungen zu sprechen. Sie selbst wissen, was Ihnen wichtig erscheint. Die Beratungskraft kann Ihnen dazu aus unabhängiger und objektiver Sicht bei der Einschätzung helfen, ob Sie sich diese und andere Ausgaben auf Dauer leisten können. Und die Beratungskraft muss Ihre Situation kennen, um bei den Verhandlungen mit den Gläubigern gut argumentieren zu können. Aber Sie selbst entscheiden immer, wie Sie Ihre finanziellen Mittel verwenden und wie Sie Ihren Haushalt planen. Und dabei kann Ihnen ein Haushaltsplan helfen. 

Quellen: BAG-SB (Text), Deutscher Caritasverband (Video)

Momentaufnahme

Meist reicht es, bei größeren Veränderungen (z.B. Arbeitsplatzwechsel oder Umzug) den Haushaltsplan zu aktualisieren - oder in Vorbereitung auf eine Schuldnerberatung. 

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