Schuldnerberatung als professionelle Hilfe

Überschuldung stellt eine außerordentliche Belastung für die ganze Familie dar. Es wäre falsch, nun einfach zu resignieren, Mahnungen zur Seite zu legen und den Dingen ihren Lauf zu lassen. Stattdessen sollten Sie sich mit der Bitte um Rat und Unterstützung an diejenigen wenden, die in dieser Situation wirklich weiterhelfen können: die Schuldnerberatungsstellen.


Schuldnerberatung als professionelle Hilfe

Seit Anfang der 1980er Jahre bieten Schuldnerberatungsstellen in Deutschland überschuldeten Personen und Familien Beratung und Unterstützung bei der Lösung ihrer finanziellen und persönlichen Probleme an. Nach dem Sozialrecht (§ 11 Abs. 5 SGB XII und § 16 Abs. 2 SGB II) sind die Kommunen aufgefordert, Schuldnerberatung zur Verfügung zu stellen. Beraten werden kann jeder private Haushalt, der hilfebedürftig ist oder dem der soziale Abstieg droht. Die Sozialämter in Gemeinden, Städten und Landkreisen können überschuldeten Menschen eine Schuldnerberatungsstelle vermitteln. Daneben gibt es Schuldnerberatungsstellen, die auf Grundlage der Insolvenzordnung (§ 305 InsO) von den Ländern als Insolvenzberatungsstellen anerkannt sind, um Überschuldeten die Restschuldbefreiung nach dem Verbraucherinsolvenzverfahren zu ermöglichen. Derzeit (Stand 2012) arbeiten etwa 1.000 Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in den alten und neuen Bundesländern. Die Anschriften der Beratungsstellen in den einzelnen Bundesländern erhalten Sie unter Beratungsstellen in Ihrer Nähe, Sie können sie aber auch beim Sozialamt oder per Telefon erfahren.

Die Telefonhotline: 01801/90 70 50 ist Montag bis Donnerstag von 7.00 Uhr bis 19.00 Uhr für Sie freigeschaltet. Der Anruf kostet Sie in der Zeit von 8 bis 18 Uhr 4,6 Cent, sonst 2,5 Cent pro angefangener Minute (nur Anrufe aus dem Festnetz).

Träger von Schuldnerberatungsstellen sind größtenteils der Deutsche Caritasverband, das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland, das Deutsche Rote Kreuz, der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband, die Arbeiterwohlfahrt oder Verbraucherberatungsstellen sowie die Sozialämter in Gemeinden, Städten und Landkreisen.

RATGEBER

Sie benötigen schnellen Rat? Antworten auf Ihre Fragen finden Sie in unserem Ratgeber.

Schuldnerberaterin

Liz Ehret, Schuldnerberaterin im Landratsamt Reutlingen

TIPP

Die Beratung in Schuldnerberatungsstellen ist für Überschuldete kostenlos. Demgegenüber erheben kommerzielle Schuldenregulierer fast immer Gebühren. Für den Fall, dass Sie einen kommerziellen Schuldenregulierer wählen, sollten Sie sich im Vorfeld hinsichtlich der Seriosität informieren. Das kann Geld und Ärger sparen, denn einige dieser kommerziellen Schuldenregulierer arbeiten unseriös, zum Teil ist ihr Handeln sogar als kriminell einzustufen.