
herausgegeben von der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung
gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
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Überschuldung ... Was ist Überschuldung? ... Schulden durch Mithaftung ... Das sollten Sie wissen! Überschuldung vermeiden Schritte der Gläubiger Schuldnerberatung Schuldenregulierung Was Sie jetzt tun können! P-Konto - aktuelle InformationenSERVICE
Musterbriefe Übersichten + Berechnungen Beratungsstellen in Ihrer Nähe Adressen + Links Glossar Suche Kontakt Impressum Inhaltsverzeichnis BannerWenn Ihr monatliches Einkommen über einen längeren Zeitraum trotz Reduzierung Ihres Lebensstandards nicht ausreicht, die Lebenshaltungskosten sowie fällige Raten und Rechnungen zu bezahlen, sind Sie überschuldet. Überschuldung löst Existenzängste aus - Angst vor Gläubigern, Angst vor dem Verlust der Wohnung, Angst vor Stigmatisierung als Versager. Angst macht viele Menschen handlungsunfähig und einige sogar krank.
Viele Menschen in unserem Land finanzieren kurz- und langlebige Konsumgüter im Vertrauen auf ein regelmäßiges Einkommen durch die Aufnahme von Krediten vor. Die Aufnahme von kurz- oder langfristigen Krediten ist grundsätzlich unproblematisch, wenn
Allerdings können auch bei sorgfältigster Risikoabwägung Arbeitslosigkeit und andere kritische Lebensereignisse oder Schicksalsschläge dazu führen, dass die monatlichen Einnahmen die monatlichen Ausgaben nicht mehr ausgleichen. Ursache kann auch sein, dass Sie Schwierigkeiten haben, maßvoll mit Geld umzugehen. Die Folgen können sein: Mahnungen häufen sich. Die Hausbank kündigt den Dispokredit und zieht die Kreditkarte ein. Die Kündigung der Wohnung droht. Der Gerichtsvollzieher steht vor der Tür.
Typisch für kritische Lebensereignisse ist, dass sie ungewollt, ungeplant und unerwartet eintreten. Am häufigsten werden von Betroffenen der Verlust des Arbeitsplatzes, Trennung und Scheidung, eigene Krankheit oder Tod von nahen Angehörigen als kritische Lebensereignisse genannt. Diese gehen vielfach einher mit Depressionen, Antriebsverlust, Orientierungslosigkeit und Verlust der Lebensperspektive. Zumeist ist es eine Verstrickung von mehreren Faktoren und individuellen Problemen, die schließlich in die Überschuldung führt.
Nicht übersehen werden darf, dass auch der im Elternhaus erlebte Umgang mit Geld und die soziale und wirtschaftliche Situation der Eltern prägend auf uns wirken. Negative Erfahrungen im Umgang mit Geld im Elternhaus sowie mangelnde Möglichkeiten, schon als Kind den Umgang mit Geld zu erlernen und zu üben, erhöhen die Gefahr, selbst in die Überschuldung zu geraten.
Wenn Ihr monatliches Einkommen dauerhaft nicht ausreicht, die fixen Lebenshaltungskosten sowie fällige Raten und Rechnungen zu bezahlen, dann sind Sie überschuldet.
Schuldnerinnen und Schuldner haben die Chance auf einen Neubeginn! Professionelle Beratung und Hilfe leistet die Schuldnerberatung. Das seit dem 1. Januar 1999 geltende Verbraucherinsolvenzverfahren gewährleistet eine zusätzliche Entschuldungsmöglichkeit. Für Noch-Selbstständige gilt allerdings das Regelinsolvenzverfahren!
Sie benötigen schnellen Rat? Antworten auf Ihre Fragen finden Sie in unserem Ratgeber.
Herr und Frau B. haben eine Eigentumswohnung gekauft und sich neu
eingerichtet. Frau B. ist wegen des Kleinkindes nicht berufstätig. Herr B.,
Kassierer in einer Bank, wird durch Rationalisierungsmaßnahmen
arbeitslos.
Schulden: 150.000 €.
Frau Ch. hatte im Elternhaus kaum Gelegenheit, den eigenen Umgang mit Geld
zu erlernen und zu üben. Auch in ihrer Ehe überlässt sie die finanziellen
Angelegenheiten ihrem Ehemann. Nach der Scheidung muss sie für das überzogene
gemeinsame Bankkonto mit haften sowie Miet- und Stromrückstände
begleichen.
Schulden: 23.000 €.
Frau D., 37 Jahre alt, arbeitet als Halbtagsschreibkraft und hat alle Kreditverträge ihres Mannes mit unterschrieben, der sich mit Computern selbstständig macht. Nach zwei Jahren ist ihr Mann pleite, und sie lassen sich scheiden. Gemeinsame Schulden: 60.000 €.
Frau G., 23 Jahre alt, ist allein Erziehende eines Kleinkindes. Sie gerät
in die Überschuldung, als sie sich mit einer Imbissstube eine Existenz
aufbauen will. Sie macht zu wenig Umsatz, und es kommt zu Problemen mit den
Lieferanten, dem Verpächter und dem Finanzamt.
Schulden: 25.000 €.